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An alle, denen die deutsche Dichtung am Herzen liegt!
(Uwe Lammla)

Vielleicht gehören Sie auch zu den Leuten, die »Vereinsmeierei« hassen, oder aber Sie sind bereits durch vielerlei Engagement so ausgelastet, daß nichts Neues für Sie mehr in Frage kommt? Oder Sie halten die »deutsche Dichtung« für eine ohnehin verlorene Sache? Oder Sie sind es leid, von allen Seiten angebettelt zu werden, irgendwelche Projekte und Ideale zu unterstützen?
Geben Sie mir ein paar Minuten, klarzustellen, daß es sich hier nicht um etwas in der Art handelt, wie Sie es alle Tage erleben und vielleicht ertragen müssen. Lesen Sie sich bitte meine Argumente durch und suchen Sie bei Fragen den Kontakt zum Vorstand. Ich versichere Ihnen, daß Sie ernstgenommen werden.
Der »Arbeitskreis für deutsche Dichtung« braucht dringend neue Mitglieder, um seine Tagungen und Publikationen fortführen zu können, aber er braucht auch aktive Mitstreiter, besonders in der mittleren Generation, die Erfahrungen an die Jüngeren vermitteln und deren Spontanität zu organisieren verstehen. Der Generationswechsel gestaltet sich heute in vielen Organisationen problematisch. Ich möchte hier aber einige Punkte anführen, die es lohnend und möglich erscheinen lassen, die Probleme zu lösen.
1. Die Gründe, den Arbeitskreis vor 57 Jahren ins Leben zu rufen, sind heute noch viel dringlicher. Der Buchmarkt wird noch stärker mit trivialem Zeug als Übersee überschwemmt als je zuvor, das Theater siedelt irgendwo zwischen Jahrmarksgaukelei und »Feuchtgebieten«, in Schulen, Universitäten und Kultureinrichtungen wird die deutsche Tradition ignoriert und verächtlich gemacht, für Suchende gibt es kaum Möglichkeiten einer alternativen Orientierung. Aber: es wird so viel gedichtet und erzählt wie schon lange nicht mehr. Natürlich ist das meiste nicht gut. Aber die gesteigerte Hinwendung zur Literatur erfaßt auch viele Begabte. Außerdem gibt es spätestens seit der Bankenkrise ein neues Protestpotential. Und dieses orientiert sich nicht mehr an Marx und Mao, Habermas und Marcuse. Könnte es da nicht vielleicht möglich werden, daß Luther und Goethe wieder stärker wirken?
2. »Vereinsmeierei« ist ein Schimpfwort für Vereine, die sich hauptsächlich mit ihrer eigenen Verwaltung beschäftigen. Dies ist beim Arbeitskreis nicht der Fall, und es geht um eine große Sache – man traut es sich kaum auszusprechen – um das Überleben als Kulturnation. Natürlich hängt die nicht an einem Verein, aber der bietet einen Rahmen, kleine und größere Schritte in die richtige Richtung zu tun. Es ist nun einmal so, daß ein gemeinschaftliches Wirken legal nur als »e. V.« möglich ist. Und dieser hat sogar die Anerkennung als »gemeinnützig«, d.h. steuerabzugsfähig.
3. Wenn Sie mit Mitgliedschaften und Ehrenämtern ausgelastet sind, prüfen Sie bitte, ob alle in puncto Wichtigkeit und Erfolgsaussichten mit dem Arbeitskreis mithalten können. Und wenn Ihnen selbst eine Wochenendtagung im Jahr zu viel erscheint, so helfen Sie doch mit Ihrem Mitgliedsbeitrag nicht nur materiell, jedes neue Mitglied ist ein Argument für die anderen, die Sache nicht verloren zu geben. Der Jahresbeitrag ist mit 25,– € (für Ehepaare zusammen 35,–) bescheiden. Außerdem ist darin die über 300 Seiten starke Jahresschrift »Das Lindenblatt« enthalten, die so vielfältig ist, daß über einen, der dort nichts Interessantes findet, gesagt werden darf, er habe eben keinen Bezug zur Literatur.
4. Die deutsche Dichtung ist nicht verloren. Wenn Sie unsere Publikation lesen und Tagungen besuchen, werden Sie Funde machen, von denen Sie sich nichts träumen ließen. Natürlich ist davon in Presse und Fernsehen nichts zu merken. Der Arbeitskreis gibt Ihnen Informationen und mehr als dies, nämlich Leseerlebnisse, von denen vielleicht einige für Sie wesentlich werden. Und vielleicht finden Sie sogar Gemeinschaft und schließlich Freunde.
5. Wenn wir Spenden brauchen und gerne annehmen, sind wir deswegen kein Teil des deutschen Spendenmarktes. Wir bieten nicht das Wohlfühlbillet für jedermann, sondern einen Sinn für jene, denen das wesenthaft Deutsche und das Geistige überhaupt nicht gleichgültig ist. Daß im 19. Jahrhundert der Schiller auf fast jeder Ofenbank lag, hat durchaus etwas damit zu tun, daß in dieser Zeit Deutschland zur Großmacht aufstieg. Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber die Erhaltung der Mitte Europas hat nicht nur etwas mit Geburtenraten zu tun. Der Geist herrscht über den Stoff. Aber der Geist ist keine Discountware, er hat etwas mit Willen und Opferbereitschaft zu tun.
Laden Sie unser Faltblatt herunter und fordern Sie weitere zum Verteilen an. Seien Sie dabei, als Mitglied, als Spender, mit ihren Kenntnissen, ihren Möglichkeiten der Organisation, Ihrem Auf-andere-Zugehen und Weitersagen mit Phantasie, mit Liebe zur Sache und zum Detail. Die Tradition ist tot, wenn wir sie nicht mit Leben erfüllen.