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Uwe Lammla

Izanagi

Wer von lichter Schwebebrücke
Ließ der Lanze Kronjuwel,
Daß ihm Onogoro glücke,
Folgt nicht fremder Herrn Befehl,
Sind auch krumm die ersten Stücke,
Wuchs ein stolzer Archipel,
Doch der Feuersohn sann Tücke
Wider Mutters Leib und Seel.

Izanagi folgt der Trauten
Durch Gelichter und Geschatt,
Die den Dunkelhain erbauten,
Warnen, daß die Gattin satt
Längst sich aß am Ganz-Entblauten,
Wurzel nun dem Blütenblatt,
Daß nach Schauen und Geschauten
Sie gewiß kein Heimweh hat.

Doch dem Stolzen soll nichts hehlen,
Er entflammt den spitzen Span,
Was uns Nacht und Traum nicht stehlen,
Raubt uns der Erkenntnis-Wahn:
Also darf kein Schrecken fehlen,
Willst der Nachtwelt schauend nahn,
Denn die Würmer, nicht zu zählen,
Hindert nichts an Fraß und Bahn.

Angewidert will er fliehen,
Doch die Bleiche, selbst Dämon,
Sucht den Mann hinabzuziehen,
Der nicht Herr mehr, sondern Sohn.
Er entrinnt, wie ausgespiehen
Scheint vorm Tor der Eichenkron,
Diese Schmach bleibt unverziehen
Und verflucht der finste Thron.

Einen Felsblock, rot graniten,
Schiebt er vor den Höllenschlund,
Die Verfolgrin wird nicht bitten,
Unersättlich ist ihr Mund,
Allen Wünschen, Träumen, Sitten
Bleibt sie hart wie ein Korund,
Wie ein fauler Zahn inmitten
Einer Jugend, die gesund.

Denn sie schwört, sie wird sich holen,
Was da singt und was da summt,
Nicht allein zertretnen Sohlen
Sorgt sie, daß der Puls verstummt,
Manchmal schlägt sie Kapriolen,
Manchmal naht sie hold vermummt,
Sticht Skorpion am Huf das Fohlen,
Lacht die Gräßliche: Es kummt.

Izanagi hält dagegen,
Söhne, Töchter, Wehr und Hut,
Will das Dunkel uns erlegen,
Steh davor das Hab und Gut,
Also führt er flink den Degen,
Setzt auf Schwert und Schwingers Mut
Und erkauft sich allen Segen,
Daß ein andrer drunten ruht.

Dies gilt auch nach Menschenaltern,
Erde raunt dem Himmel zu,
Mit den Zeugern und Erhaltern
Steht der Tod auf Du und Du,
Ob an Schanzen oder Schaltern,
Ob im Rausch, ob in der Ruh,
Zu den Raupen und den Faltern,
Weist ein Wink und tuts im Nu.